Brandiserin führt Kinder in Solarpark-Geheimnisse ein (Muldentalzeitung 07.07.2010)Brandis/Waldpolenz. Mit einem heißen Thema beschäftigten sich die Macherner Ferienkinder dieser Tage: Unter dem Motto "Sonne und Energie" verbrachten sie einen ganzen Vormittag im Energiepark Waldpolenz. "Nur eine Führung für die Kinder, in denen ihnen relativ trocken die Fakten rund um den Solarpark erläutert werden, das war mir zu langweilig", erklärte Sylvia Hamm, die Interessenten regelmäßig eine der größten Photovoltaikanlagen weltweit vorstellt. Ein kindgerechtes Programm sollte es sein, dass die 30 Mädchen und Jungen mit erneuerbaren Energien vertraut macht. Der Clou der Aktion war ein Solarkocher. "Ein Parabolspiegel bündelt dabei des Sonnenlicht auf einen Kochtopf, der in der Mitte des Spiegels befestigt ist. Nur mit der Kraft der Sonne wird das darin befindliche Wasser erhitzt." Als einfaches Solargericht wurden kleine Würstchen kredenzt. "Davon waren die Kinder natürlich sehr beeindruckt", schildert die Brandiserin.
Den besonderen Würstchenherd baute Ehemann Jürgen Hamm, selbst Mitglied des Vereins BEneOpt!, der sich für die Verbreitung des Solargedankens einsetzt. "Es gibt natürlich sehr professionelle Solarkocher. Wir haben unser Modell aber mit ganz einfachen Mitteln gebaut", berichtet der Brandiser. Eine ausgediente Satellitenschüssel, eine halbe Rolle handelsübliche Alu-Folie und einen Halter für den Topf - mehr brauchte es nicht, um die ökologisch korrekte Feuerstelle herzustellen. Klärchen tat zum Premierentag ihr Übriges. "Das Modell hat zwar den Nachteil, dass man den Höhenstand der Sonne nicht ausgleichen kann, weil der Topf starr befestigt ist", geht Jürgen Hamm ins Detail. Aber der Effekt sei allemal für die Kinder zu beobachten gewesen - das Wasser wurde warm und die Würstchen mundeten. Auch die Eigeninitiative der Feriengäste sei gefragt gewesen, fügt Sylvia Hamm hinzu. "Die Kinder haben selbst kleine Mini-Solarspiegel gebastelt - aus Pappe und Alu-Folie. Dann wurden die Finger zur Sonne gereckt - einmal mit und einmal ohne Solarspiegel. Schnell wurde klar, welcher Finger schneller wärmer wird." An das Thema Solarenergie, findet die Solarpark-Führerin, könne man den Nachwuchs nicht früh genug heranführen - "erneuerbare Energien sind das Thema der Zukunft, je eher die Kinder damit in Berührung kommen, um so besser. Wenn sie dann noch die Erfahrung machen, dass man mit Sonne kochen kann, Radio hören und einen Fön betreiben, dann hinterlässt das natürlich einen Aha-Effekt, den kein Lehrbuch bieten kann."
Die Führung für die Macherner Hortkinder sei eine Premiere gewesen. "Ich könnte mir durchaus vorstellen", so Sylvia Hamm, "dass man spezielle Angebote für Kinder in Waldpolenz noch weiter ausbauen kann." Simone Prenzel
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